Lichttherapie: Bei saisonaler Depression.

Wirkmechanismus: Der antidepressive Effekt wird über das Auge vermittelt.

Lichtintensität: 2500 Lux

Wellenlänge: volles Spektrum

Dauer: 2 – 3 Stunden, vom Herbst bis zum Frühjahr

Latenz bis zum Eintreten des antidepressiven Effekts: 3 bis 7 Tage

Die Lichttherapie ist ein von der wissenschaftlichen Medizin anerkanntes Verfahren zur Behandlung von Depression und damit mit Stress verbundenen Schlafstörungen.

Vorgehensweise

Der Patient schaut täglich für etwa 20 bis 60 Minuten, bevorzugt in den Vormittagsstunden oder direkt nach dem Erwachen, in eine helle Lichtquelle. Die Wirksamkeit ist gut nachgewiesen bei einer Exposition von 10 0000 Lux für eine halbe Stunde. Wichtig ist, dass das Licht direkt auf die Netzhaut fällt, d.h. der Patient direkt in die Lichtquelle sieht.

Wirkung

Neuere Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Zusammenhang von Lichttherapie und circadianen Rhythmen. Zum Beispiel mit der Kombination von Lichttherapie und Schlafentzugstherapie (sog. Wachtherapie) und der Schalfphasenvorverlagerung. Ein bedeutsamer biologischer Vorgang scheint zu sein, dass besonders in der zweiten Nachthälfte Melatonin im Gehirn produziert wird. Melatonin wird mit einer depressiogenen Wirkung in Verbindung gebracht. Wird die Lichttherapie unmittelbar nach dem morgendlichen Aufwachen angewandt, also möglichst früh, dann wird die Produktion von Melatonin beendet bzw. Melatonin abgebaut, so dass es zu einem positiven Stimmungsumschwung kommt.

Anders als früher angenommen, scheint es daher wichtig, die Lichttherapie nicht irgendwann Vormittags, sondern möglichst gleich nach dem Aufstehen anzuwenden. Empirisch am besten gesichert und uneingeschränkt anerkannt ist die Lichttherapie bei der saisonal bedingten Depression, die auch als "Winterdepression" bezeichnet wird. Es gibt neuerdings aber immer mehr Daten, die dafür sprechen, dass die Lichttherapie bei allen Formen der Depression wirksam ist.

Wirksam ist normales weisses Licht, das dem Spektrum des Sonnenlichts entspricht. Natürlich muss kein künstliches Licht (Lichttherapielampe) verwendet werde. In Studien zeigt sich aber, dass der Mensch heute sich zu wenig im Freien aufhält, um sich der genannten Lichtmenge auszusetzen.

Nachgewiesen ist auch, dass das Tageslicht den Abbau von Melatonin steuert