Erfahrungsbericht

aus einem Berufs Trainings Zentrum (BTZ-Dortmund) für psychisch erkrankte Menschen.

Seit dem 03.11.2003 mache ich eine REHA in einem Berufstrainingszentrum (BTZ) in Dortmund. Ich bin manisch depressiv und meine Diagnose lautet nach ICD F31.6, also manisch depressive Mischzustände.

Das BTZ hat unterschiedliche Bereiche, in denen psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben wiedereingegliedert werden sollen. So kann je nach beruflicher Vorgeschichte die Teilnehmer in den Bereichen:

Grafik / Druckerei

Büro / Verwaltung

Offener Trainings Bereich (OTB)

Kantine / Gastronomie

Schreinerei / Metall- Elektrowerkstatt

wieder fit für den beruflichen Alltag gemacht werden. Mehr Infos zu der Einrichtung siehe unter www.btz-Do.de

Wie bin ich auf das BTZ Aufmerksam geworden ?

Im Frühjahr 2003 habe ich nach einer recht langen depressiven Phase versucht, selber wieder Anschluss an den ersten Arbeitsmarkt zu finden. Ich habe mich beworben, nur stellte sich die Frage, welchen Job will ich überhaupt machen und was kann ich mir aus gesundheitlichen Gründen noch zumuten. Die Aufenthalte in der Psychiatrie und auch meine Therapeuten haben mir aufgezeigt, dass es besser für mich ist, wenn ich nicht mehr in leitender Funktion arbeite und weniger Verantwortung und Stress habe.

Ich habe meine Tätigkeit als Projektleiter Robotik geliebt und es viel mir schwer, mich auf reine Sacharbeitertätigkeiten zu bewerben. Ferner stellte ich fest, dass es gar nicht so einfach ist, sich mit meinen Qualifikationen auf einen geringer eingestuften Job zu bewerben. Man gilt als zu Überqualifiziert. Meine Bewerbungsaktionen brachten nicht den erwünschten Erfolg.

Mit meiner Therapeutin habe ich dieses besprochen und ihr klar gemacht, dass sich bei mir etwas tun muss, damit ich überhaupt noch eine Chance habe, wieder an einen Job zu gelangen und meine missliche finanzielle Situation zu entspannen. Im Gespräch mit einer Sozialtherapeutin wurde mir das BTZ empfohlen.

Ich hatte die Gelegenheit, an einem Tag der offenen Tür, diese Einrichtung kennen zu lernen und stellte danach bei der BFA den REHA Antrag, das war im April 2003.

Der Zusammenbruch !

Parallel zum REHA – Antrag habe ich mich weiterhin bei Firmen beworben und Anfang Mai hatte ich wieder einen Job als Projektleiter Robotik. Ich traute mir wieder einiges zu, da ich ja immerhin 7 Monate stabil war und keine manische Phase mehr hatte.

Der Job war klasse und die Firma gefiel mir sehr. Ich startete sofort los und gab wieder alles. Es dauerte nicht lange, da war ich wieder manisch und stürzte ab in die Depression. Innerhalb von 6 Tagen hatte ich einen Zusammenbruch und landete in der Psychiatrie. So schnell und so heftig bin ich noch nie ausgeschlagen.

Ich verbrachte 5 Monate in der Psychiatrie in Herten und von dort aus wurde der REHA – Antrag beschleunigt. Leider ist es in Deutschland so, dass erst eine Institution sich mit viel Einsatz bemühen muss, damit sich ein Kostenträger dazu bereit erklärt, einer Maßnahme zuzustimmen. Als Privatperson hat man da kaum eine Chance.

Erst Ende Oktober habe ich die Bewilligung erhalten, dass ich die Maßnahme antreten darf.

Meine Anfangszeit im BTZ

Am Anfang arbeitet man nur 4 Stunden am Tag und nach 4 Wochen 6 Stunden bis dann die Stundenzahl auf 8 Stunden erhöht werden. Mein Anfahrtsweg beträgt gut eine Stunde und somit muss man sich am Anfang erst mal auf diese neuen Anforderungen einstellen.

Inhalte im Berufs Training:

-         Arbeitsaufgaben

-         Konzentrationsübungen

-         Soziales Training

-         Bewerbungstraining

-         Programm ZERA (Zusammenhang zwischen Erkrankung/REHA und Arbeit)

-         Reflexionen

-         EDV Training

-         REHA – Ziel Gespräche

-         Praktika                          

Das BTZ ist wie eine Firma aufgebaut und es werden Produkte (Drucksachen, Metallwaren, Holzwaren und Dienstleistungen) die selber hergestellt werden vermarktet. Somit haben Arbeitsaufgaben einen realen Hintergrund.

Der offene Trainingsbereich OTB:

Ich selber bin in dem offenen Trainingsbereich OTB. In diesem Bereich ist man drei Monate und dann geht es in ein Praktikum. Insgesamt werden drei Praktika je drei Monate durchgeführt und somit ist die Gesamtdauer der Maßnahme ein Jahr. Innerhalb der drei Monate im BTZ werden verschiedene Arbeitsaufgaben erledigt. Im ersten Monat sind es eher Übungen und in den zwei verbleibenden Monaten unterstützen wir die anderen Bereiche und helfen einfach aus. Wir erledigen alles was so anfällt, sei es in der Druckerei auszuhelfen, sei es in der Druckvorstufe am PC zu arbeiten oder Inventuren durchzuführen usw.

Programm ZERA (Zusammenhang zwischen Erkrankung/REHA und Arbeit)

In diesem Programm wird näher betrachtet, in wie weit die Arbeit zur Erkrankung geführt hat. Darauf ist das BTZ spezialisiert. Wir wurden aufgefordert sich genauer anzuschauen, was Arbeit für einen persönlich bedeutet:

Arbeit bedeutet für mich heute

-         Mittel zu Zweck

-         Ich gehe nun bewusster mit der Leistung um.

-         Ich habe erfahren müssen, dass meine Leistung an Grenzen stößt

-         Dass ich nicht unendliche Ressourcen zur Verfügung habe

-         Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Erschöpfungsgrad und meiner

          Befindlichkeitskurve

-         Ich arbeite ständig an meinem Selbstbewusstsein

-         Ich erwarte weniger Anerkennung, dass ich durch meinem extremen Arbeitseinsatz

          erzwinge

-         versuche beständiger zu sein

-         Ich verzeihe mir selber Fehler

-         ich werde nicht mehr so vermessen sein, Perfekt zu erscheinen.

-         Ich mache mich frei von Statussymbolen

-         Ich werde es behutsam angehen lassen

-         Weniger ist oftmals mehr

-         Ich konzentriere mich auf ein bestimmtes Aufgabengebiet

-         Schritt für Schritt werde ich meine Belastbarkeit steigern

-         Ich nehme mir nur noch wenige Ziele vor, gehe diese aber konsequent an.

-         Ich sorge in meiner Freizeit für den notwendigen Ausgleich

-         Kreativität und Ideenreichtum werde ich im privaten Sektor pflegen, es wird nicht mehr

          entscheidend

          für die Existenzsicherung sein.

 

Durch die Therapien und Aufenthalten in der Psychiatrie, in den letzten drei Jahren, hat sich in mir langsam eine neue Einstellung zur Arbeit ergeben. Ich betrachte nun die Arbeit als Mittel zum Zweck. Ich gehe nun bewusster mit der Leistung um. Ich habe erfahren müssen, dass meine Leistung an Grenzen stößt. Dass ich nicht unendliche Ressourcen zur Verfügung habe. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Erschöpfungsgrad und meiner Befindlichkeitskurve. Mir ist klar geworden, dass die deutschen Tugenden, heute, in der Moderne nicht immer das non plus ultra sind, sondern eben hinterfragt werden müssen.

Fleiß darf nicht bis zur Selbstaufgabe erfolgen, sich tot zu dienen hat noch keinem gut getan, immer nur für andere da zu sein und seine eigenen Interessen zu vernachlässigen, ist nicht mehr geboten.

Ich habe mir einen Kriterienkatalog erstellt, der vermeiden soll, dass ich wieder in alte Verhaltensmuster abrutsche und erkranke.

  • ich benötige ausreichend Schlaf

  • ich benötige meine Medikation

  • ich brauche einen geregelten Tagesablauf

  • ich benötige Grenzen

  • ich brauche klare Aufgabengebiete

  • ich benötige ein geregeltes Einkommen, nicht auf Provisionsbasis

  • ich brauche eine Reflektion dritter Personen, um meine Gefühle einzuordnen

  • ich will über meine aktuelle Befindlichkeit offen reden

  • ich benötige weiterhin Gruppengespräche (Selbsthilfegruppe / Therapeutin)

  • ich will mich unabhängig machen von Lob und Anerkennung

  • ich lerne mir selber Zuspruch zu erteilen (selber loben)

  • ich halte mir vor, was ich bisher geleistet habe

  • ich gehe inne und lasse den Tag passieren und suche mir die positiven Dinge raus

  • ich versuche mich nicht mehr selber so zu martern

  • ich versuche mich nicht mehr selber zu zerfleischen

  • ich lerne mit meinen Fehlern umzugehen

  • ich möchte weniger Perfekt  sein

  • ich erkenne an, dass ich durch meine Krankheit in meiner Leistung eingeschränkt bin

  • ich möchte Kritik nicht mehr so persönlich nehmen

  • ich arbeite an meinem Selbstbewusstsein

  • ich versuche etwas defensiver an die an mir gestellten Aufgaben heranzutreten

  • ich gebe auf mich ach

 

Ich arbeite ständig an meinem Selbstbewusstsein, ich werde mich auch für kleinere Dinge, die ich erreicht habe, selber loben. Ich erwarte weniger Anerkennung, dass ich durch meinem extremen Arbeitseinsatz erzwinge, sondern versuche beständiger zu sein.

Ich verzeihe mir selber Fehler, ich werde nicht mehr so vermessen sein, Perfekt zu erscheinen. Ich mache mich frei von Statussymbolen, möchte nicht mehr die erste Geige spielen.

Ich werde es behutsam angehen lassen, nicht schon von Anfang an mein Schrot verschießen. Weniger ist oftmals mehr. Ich konzentriere mich auf ein bestimmtes Aufgabengebiet. Schritt für Schritt werde ich meine Belastbarkeit steigern. Ich nehme mir nur noch wenige Ziele vor, gehe diese aber konsequent an.

Ich sorge in meiner Freizeit für den notwendigen Ausgleich. Kreativität und Ideenreichtum werde ich im privaten Sektor pflegen, es wird nicht mehr entscheidend für die Existenzsicherung sein.

Zur Herleitung dieser o.g. Auffassung, was Arbeit für mich heute bedeutet, habe ich mir auch meine Vergangenheit angeschaut und das könnt Ihr auf meiner Homepage www.herztilly.de nachlesen.

Was hat mir ZERA gebracht:

Ich habe die letzten 13 Berufsjahre reflektiert, das war sehr emotional belastend gewesen. Nachts habe ich von der Arbeit geträumt und ich wurde wieder etwas manisch. Das Thema hat mich sehr bewegt und die Erinnerungen wurden wach.

Eine harte Auseinandersetzung mit meinen Berufserfahrungen im Bereich Robotik. Die Erfolge, das gute Geld was ich verdiente, meine Selbstständigkeit bis hin zur Erkrankung und dem sozialen Abstieg.

Nach dieser Auseinandersetzung mit mir selber und einem intensiven Gespräch mit der Sozialpädagogin, habe ich nun klarer die Zusammenhänge gesehen, was mich im beruflichen Alltag belastet hat und zur Erkrankung führte. Konnte alte Wunden heilen und verschließen.

Eigene Feststellung: Zusammenhang zwischen Erkrankung / Reha und Arbeit (ZERA)

Die anschwellenden Konflikte (Zwiespalt), die in mir herrschen und die ich mit dem OTB habe, haben mich dazu veranlasst, mir genauer vor Augen zu halten, welche Tätigkeiten mich in der Vergangenheit erfüllt haben und welche Tätigkeiten mich belastet haben .

Ich habe festgestellt, dass ich als Projektleiter Robotik, in den letzten 13 Jahren, fünf Berufe in mich vereinte. Ich habe Tätigkeiten realisiert als:

Schlosser

Maschinenbautechniker

Konstrukteur

Programmierer

Technischer Betriebswirt

Kaufmann

In der Auflistung meiner Aufgabenbereiche / Qualifikationen habe ich die Tätigkeiten gegliedert in der Funktion als Kaufmann und die des Technikers. Dabei ist mir bewusst geworden, dass sich in den letzten 5 Jahren mein Schwerpunkt der Tätigkeiten auf das kaufmännische verlagert hat, was mir so nicht klar war.        

Bei der Bewertung der Aufgabenbereiche nach Gesichtspunkten der Erkrankung und Spaßfaktor ist mir aufgefallen, dass gar nicht so viele Tätigkeiten mich belastet haben, sondern es die Summe aller Anforderungen und Verantwortlichkeiten sind.    

Das zentrale Problem ist ein Beziehungsproblem. So habe ich in meinem Konflikt mit dem Anleiter meines Bereiches erkennen müssen, das ich emotionale Probleme bekomme. Ich reagiere stark auf Provokation und dem „Rollenspiel“ Vorgesetzter und Teilnehmer, insbesondere wenn ich mich unge-recht behandelt fühle.

 

Bewertung der Aufgabenbereiche nach Gesichtspunkten

der Erkrankung und Spaßfaktor: [Kaufmännische Tätigkeiten]

 

Kauf-mann

 

 

Technischer Betriebswirt /

Projektleiter Robotik (von 1990 – 2003)

K

SF

+1

SF

0

SF

-1

x

F

3

Was gibt es auf dem Markt (MAFO)

 

x

 

 

x

F

8

Lieferanten anfragen / Betriebsmittel Einkauf

 

x

 

 

x

E/F

15

Neue Kunden suchen

 

x

 

 

x

E/F

16

Infoblätter / Flyer erstellen (Werbemittel)

 

x

 

 

x

F

17

Kunden über neues Produkt informieren

 

 

x

 

x

F

18

Angebote erstellen

 

 

x

 

x

F

19

Kundenkontakte (Fachabteilungen) Außendienst

x

 

x

 

x

E/F

20

technische Freigaben bewirken

 

 

 

x

x

F

21

Rechtsgeschäft abschließen (Verkauf)

 

x

 

 

x

F

23

Auslieferung (Logistik)

 

 

 

x

x

F

31

Rechnung schreiben

 

x

 

 

x

F

32

Zahlungseingang prüfen

 

 

x

 

x

F

34

Inventar erstellen

 

 

 

x

Kaufmann

 

 

Gesellschafter Geschäftsführer

 Robotik (von 1998 – 2000)

K

SF

+1

SF

0

SF

-1

x

F

1

Firmenkonzept erstellt

 

x

 

 

x

F

2

Finanzierungsplan erstellt

 

x

 

 

x

F

3

Liquiditätsplan erstellt

 

x

 

 

x

F

4

Marktforschung (MAFO) Bereich Robotik

 

x

 

 

x

F

5

Konkurrenzanalyse

 

x

 

 

x

F

6

Stärken Schwächen Analyse

 

x

 

 

x

F

7

Sortimentsgestaltung

 

x

 

 

x

F

8

Preispolitik

 

x

 

 

x

F

9

Distributionspolitik

 

x

 

 

x

F

10

Werbemittelplanung

 

x

 

 

x

F

11

Kapital- Bedarfsermittlung

 

x

 

 

x

F

12

Verhandlungen mit verschiedenen Banken

 

 

x

 

x

F

13

Bewertung der Fördermaßnahmen

 

x

 

 

x

F

14

Gespräche mit dem Unternehmensberater

 

x

 

 

x

F

15

Erstellen der Geschäftsführer Verträge

 

x

 

 

x

F

16

Einkauf der Betriebsmittel und Investitionsgüter

 

x

 

 

x

F

17

Einkauf des Fuhrparks

 

x

 

 

x

F

18

Erarbeitung einer Service-Strategie

 

x

 

 

x

F

19

Führen von Personalgesprächen (Service)

 

 

x

 

x

F

20

Cooprerate Identity (äußeres  Erscheinungsbild)

 

x

 

 

x

F

26

Realisierung des Marketing Konzept

 

x

 

 

x

F

27

Vermarktung der neuen Produkte

 

x

 

 

x

F

28

Neue Kunden gewinnen

 

x

 

 

x

F

29

Vorbereitung Messe / Ausstellungen

 

x

 

 

x

F

30

Verhandlungen mit Systempartner

 

x

 

 

x

F

31

Verhantlungen Joint Venture

 

x

 

 

x

F

32

Liquidierung der GmbH

x

 

 

x

x

F

33

Inventar aufstellen

 

x

 

 

x

F

34

Eröffnugsbilanz

 

x

 

 

x

F

35

Funktion als Liquidator

x

 

 

x

x

F

36

Abschlußbilanz

 

x

 

 

Bewertung der Aufgabenbereiche nach Gesichtspunkten der Erkrankung und Spaßfaktor

Technische Tätigkeiten:

Tech-

niker

 

 

Technischer Betriebswirt / Projektleiter

Robotik (von 1990 – 2003)

K

SF

+1

SF

0

SF

-1

x

B

1

Spezifikation erarbeiten

x

 

 

x

x

B

2

Recherche „Wer liefert was“

 

x

 

 

x

B

4

Funktionsbeschreibung / Lastenheft

 

x

 

 

x

B

5

Was darf es kosten

 

x

 

 

x

C

6

Konstruktion

x

x

 

 

x

C

7

Stückliste erstellen

x

 

 

x

x

B

9

Herstellungskosten ermitteln

 

 

x

 

x

B

10

Fertigung planen / terminieren

 

 

x

 

x

B

11

Fertigungsunterlagen erstellen

x

 

 

x

x

E

12

Fertigung überwachen

 

 

 

x

x

E

13

Qualitätskontrolle

 

x

 

 

x

E

14

Mitlaufende Nachkalkulation

 

x

 

 

x

B

25

Funktionstest

 

 

x

 

x

D

26

Programmierung / Roboter

x

 

 

x

x

D

27

Inbetriebnahme

x

 

 

x

x

E

28

Freigabe durch den Kunden (gemeinsam)

x

x

 

 

x

B

29

technische Dokumentation erstellen

 

x

 

 

x

E

30

Ersatzteile / After Sales Service

 

x

 

 

x

E

33

Inventur (Bewertung der Halbfertigprodukte)

 

x

 

 

Techniker

 

 

Gesellschafter Geschäftsführer

 Robotik (von 1998 – 2000)

K

SF

+1

SF

0

SF

-1

x

E

21

Produktentwicklung

 

x

 

 

x

E

22

Gespräche mit Patentanwalt

 

x

 

 

x

E

23

Patent eingereicht / inkl. techn. Funktionsbeschr.

 

x

 

 

x

E

24

Entwicklung moderne Energieversorgung und Daten Management BUS - Technologie

 

x

 

 

x

E/F

25

Projektleiter Robotik (siehe Liste)

x

 

x

 

Legende:

K=       Belastung / Kriterium für die Erkrankung

SF+1   Tätigkeit macht Spaß

SF0     geht so

SF-1    Tätigkeit macht keinen Spaß

 

 

Soziales Training

Beim Sozial-Training wurde betrachtet, welche Grenzen man hat und wie man sie spürt. Auch hier habe ich herausarbeiten können, dass in mir ein Zwiespalt herrscht, zwischen dem Techniker und dem Kaufmann deren Qualifikationen ich inne habe. Daraus ergeben sich auch unterschiedliche Anforderungen und Belastungen. Es wurde genauer geschaut, welchen Umgang ich mit Belastungsgrenzen habe:

-         welche Anforderungen am Arbeitsplatz mich belasten

-         Auflistung der Stressoren

-         was sind die Frühwarnzeichen

-         wie kann ich selber bei Überforderung für Entlastung sorgen

-         wie kann ich eine mögliche Überforderung vermeiden

Es wurden in Gruppengesprächen gemeinsame kurzfristige und langfristige Strategien entwickelt, um Belastungen zu vermeiden und für Entlastungen zu sorgen.

REHA – Ziel Gespräche

In regelmäßigen Abständen werden REHA – Ziel Gespräche durchgeführt. Hierbei wird genauer hingeschaut, wie ich mich fühle, was mich belastet hat und welche Ziele ich persönlich verfolge. Dieses Gespräch wird protokolliert und die Punkte Schritt für Schritt abgearbeitet.
Punkte aus dem I. Reha – Zielgespräch:

Meine JOB-Orientierungsphase ist nun abgeschlossen und ich weiß genau was ich machen möchte. Ich orientiere mich mehr in den kaufmännischen Bereich. Ich lehne es nicht mehr grundsätzlich ab, weiterhin im Bereich Robotik zu arbeiten (siehe hierzu auch die Auflistungen meiner Aufgabenbereiche und Qualifikationen .

Erste Bewerbungsgespräche haben gezeigt, das ich eher Chancen am Arbeitsmarkt habe, wenn ich meine Erfahrungen als Projektleiter Roboterinstallationen mit in die Waagschale nehme, das habe ich in krankhaften Phasen strikt abgelehnt.

Innerhalb der letzten 6 Wochen im BTZ bin ich belastbarer geworden. Ich schlage nicht mehr so stark aus. Ich habe mich an den organisatorischen Rahmen angepasst. Ich erarbeite mir selbstständig meine Schwerpunkte und Inhalte meiner zukünftigen Beschäftigung. Meine beruflichen Ziele sind definiert.
Ich habe eine intensive Arbeitsmarktrecherche durchgeführt und habe im Internet unter folgenden Rubriken nach Jobs und Firmen gesucht. Darunter waren 16 Firmen zur Robotik, 5 Firmen zur Solartechnik, 3 Firmen im Bereich Automation und 6 Firmen kfm. Bereich im allgemeinen in der engeren Auswahl.
In einer Liste habe ich Kriterien zusammengefasst, die ein Job haben muss, damit ich nicht wieder neu erkranke. Dabei habe ich diese in Organisatorische Rahmenbedingungen und Inhalte gegliedert und aufgelistet, worauf ich unbedingt zu achten habe.

Ich habe meinen Leistungsanspruch gesenkt und die Raucherpausen zum abschalten genutzt, ich habe bewusst beim rauchen die Gesellschaft mit anderen Teilnehmer gesucht, um mich besser ablenken zu können. Mit dem Resultat, dass ich abends nicht mehr so erschöpft bin und somit keinen Flow verspüre.
Vorbereitung auf das II. Reha – Zielgespräch:
Die letzen 6 Wochen im BTZ waren insgesamt positiv, jedoch gibt es einige Kritikpunkte und Belastungen, die aus der momentanen Situation entstanden sind. Zur Zeit bin ich sehr unzufrieden und fühle mich falsch behandelt, da das BTZ mit meiner Außendarstellung bei Bewerbungen nicht zufrieden ist. Das BTZ denkt immer noch, dass ich eine leitende Funktion anstrebe.

Ich habe das Gefühl, in Bezug auf meine Bewerbungsaktionen vom BTZ missverstanden zu werden. Ich stoße mich an dem Begriff „Helfertätigkeiten“. Ich finde es nicht gut, wie das BTZ mit einem anderen Teilnehmer verfahren ist und dieses verursacht Ängste in mir. Ich habe Angst davor, vom BTZ in eine Schiene hineingepresst zu werden, die mit meinen Zielen nicht im Einklang sind.
Mir erscheint es, dass sich meine Ziele nicht mit den Zielvorstellungen vom BTZ decken, ich möchte eine anspruchsvolle Tätigkeit im ersten Praktikum. Ich suche mir bewusst ein Anforderungsprofil mit mittlerer Belastung aus. Das hat den Sinn, auch mal Grenzerfahrungen zu sammeln, um Defizite zu erfahren und im zweiten Praktikum gegen zu steuern (bzw. Zeitnah bei der Reflektion, einmal pro Woche). Das kann ich bei einer Helfertätigkeit nicht erfahren.
Für mein empfinden, wird von Seiten des BTZ zu wenig erarbeitet, was für berufliche Inhalte in der Vergangenheit bei einem persönlich zur Erkrankung geführt hat. Es bleibt nur Zeit, dieses sehr allgemein zu erfragen (siehe ZERA). Mir fehlen persönlichere Detailansichten und Verfahren, die dieses transparenter machen. Siehe hierzu meine eigenen Ausarbeitungen (Aufgabenbereiche/Qualifikationen).

Ich fühle mich vom Anleiter provoziert (Androhung einer Abmahnung) und ungerecht behandelt. Ich stoße mich an der Umgangsform und an so manchen Nebensatz (Sticheleien).

Ich habe Probleme mit der Pünktlichkeit, da ich es seit meinem 15. Lebensjahr nicht gewohnt bin, genau zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erscheinen. Ich hatte immer Gleitzeit gehabt und eine Verspätung von max. 4 Minuten ist nach meiner Erachtung im Limit, da der Verkehr von Recklinghausen bis Dortmund je nach Witterung und Verkehrsfluss nicht kalkulierbar ist. Der Zwang um 7.58Uhr zu stempeln verursacht bei mir Schlafstörungen und diese belasten mich sehr. Verstärkt wird dieses noch durch die Androhung der Abmahnung.


Reflexion der vergangenen 7 Wochen im BTZ-Dortmund

Ich finde diese REHA – Maßnahme gut, denn ich konnte einiges neue in Erfahrung bringen. Ich musste oft zurückblicken, was in der Vergangenheit geschehen ist. Das hat mich sehr aufgewühlt und meinen Schlaf gestört, was mich wiederum hat manisch werden lassen.

Ein Fazit steht. Ich habe mit Arbeitsinhalten keine Probleme und ich kann ruhig mal in die Belastung gehen, mein Problem sind Beziehungen, das alte leidige Thema. Beziehung zum Vorgesetzten, wenn dieser eben nicht perfekt ist, wenn ich denke, seinen Job besser zu machen.